Malawi 2008
Reisetagebuch
19.02.2008, Abflug in Zürich
Unser Flug nach Lilongwe führt uns zu erst nach Amsterdam, von dort geht es nach Nairobi wo wir ein letztes mal den Flieger wechseln und so nach Lilongwe kommen werden. Der Flug von Nairobi nach Lilongwe hat eine Stunde Verspätung...
20.02.2008, Ankunft in Lilongwe
In Lilongwe angekommen müssen interessanterweise nur wir den internationalen Impfausweis mit der Gelbfieberimpfung zeigen. Die restlichen Einreiseformalitäten sind zügig erledigt. Leider fehlt einen Rucksack von Rabbyce, wir wissen noch nicht das der erst nach mehr als einer Woche den Weg zu uns findet :-) Am Flughafen warten viele Leute von Rabbyce Verwandtschaft auf uns, es folgt eine sehr herzliche Begrüssung.
Rabbyce Bruder fährt uns in einem halb kaputten Pickup zu seinem Haus, Frau und Bekannte sitzen hinten auf der Ladefläche, es beginnt kurz aber heftig zu Regnen... Corinna meint, das sei noch ein gutes Auto :D Das Haus von Rabbyce Bruder liegt in einem Township von Lilongwe, es ist eines der besseren Townships mit Strom und fliessend Wasser. Der Angestellte von der Familie kocht Nsima mit Kürbisblättergemüse. Nachdem essen wir auf den Abend gewartet. Das Wetter ist sehr schwül und war,, zwischendurch regnet es immer wieder kurz.
Um 15 Uhr machen wir einen kleinen Spaziergang durch das „Dorf“. Mzungu, Wazungu etc wird an jeder Ecke gerufen. Ja hier verirren sich wenig Weisse hin ;-)
Mir fällt auf, dass das Land viel grüner ist als ich das erwartet habe.
Um 19:40 Uhr gibt es Essen, Kartoffeln, Kabissalat, Tomatosoupe und Chicken. Um 22 Uhr gehen wir uns Bett. Ich schlafe im Raum mit den zwei Söhnen und dem Angestellten, die drei teilen sich ein Bett, ich habe das Bett vom Angestellten erhalten.
21.02.2008
Ich werde um 05:30 Uhr geweckt. Das Kind, welches im gleichen Raum wie ich geschlafen hat, putzt seine Schuhe und bügelt Kleider.
Um 7:30 Uhr stehe ich auf, das Morgenessen wartet. Ich dusche und esse nachher zusammen mit Rabbyce und Corinna. Wir warten auf den Bruder. Um 8:30 Uhr kommt er. Nochmals wird viel geredet, irgendwann fahren wir dann doch noch nach Lilongwe. Geldwechsel und Einkaufen steht auf dem Plan. Nachdem Geldwechseln beschliessen wir den Grossteil des Geldes auf Rabbyce Konto einzuzahlen. Diese Aktion auf der Bank dauert Ewigkeiten. Nach ca. dreimal Geld zählen und sortieren, Formularen ausfüllen und warten haben wir's doch noch geschafft, dauerte ja nur ca. 1 ½ Stunden :D
Um 12:30 sind wir am Flughafen, Rabbyce Gepäck ist natürlich nicht da. Nach längerer Nachforschung vom Mitarbeiter der Kenya Airways findet dieser heraus, dass der Rucksack immer noch in Zürich ist! Wir machen mit dem Mitarbeiter ab, dass der Rucksack nach Mzuzu geschickt werden soll. Wir fahren zurück nach Lilongwe um einzukaufen. Danach fahren wir zu Rabbyce Bruder, holen unser Gepäck und fahren los nach Mzuzu mit unserem Fahren und „Taxi“.
Die Fahrt ist abwechslungsreich, bald beginnt's zu regnen. Wir fahren zum Teil mit dem Ford Fiesta durch knietiefes Wasser und Schlamm. Um 20 Uhr kommen wir endlich in Mzuzu an. Wir suchen eine Lodge auf und Essen im „Restaurant“ Mimosa. Danach gehen wir in einen „Club“ namens „Paris“. Die Musik da drinnen ist so laut, dass wir schnell die Flucht ergreifen. Um 22:15 fallen wir ins Bett.
22.02.2008
An diesem Tag lautet der Plan nach Euthini zu fahren und auf dem Weg dahin noch eine Schwester von meinem Schwager zu besuchen.
Nach einer wunderbaren Nacht fahren wir relativ früh wieder los. Nach ein paar Kilometern Teerstrasse biegen wir auf die Piste ab. Ein paar hundert Meter später kommt schon die erste Polizeikontrolle, alles in Ordnung, wir dürfen weiter.
Ein paar Kilometer später treffen wir wieder auf eine Kontrolle, dieses mal siehts aber nach einer grösseren Sache aus. Mehrere Autos, Busse und LKWs stehen dort rum. Der erste Eindruck trügt nicht, es soll etwas mit unserem Auto und den Ausweisen nicht stimmen.
Nach kurzer Disskusion wissen wir auch was: Die ID des Fahrzeugs steht nicht imn Führerausweis unseres Fahrers da es ja das Auto von seinem Chef ist. Nach langen Disskusionen bezahlt Rabbyce 3000 Malawi Kwacha und die Sache ist erledigt.
Nach ungefähr zwei Stunden rumpliger Piste treffen wir bei der Schewster von Rabbyce ein. Wir werden herzlichst begrüsst und Corinna kriegt an Huhn als Geschenk :-).
Eine Stunde später treffen wir dort auch ein. Das halbe Dorf kommt heran und begutachtet uns neugierig. All unsere Gepäck wird sofort aus dem Auto geladen und in eine Hütte verstaut.
Wir werden in eine Hütte gebracht und setzen uns da erst mal hin. Es dauert eine ganze weile bis es Tee und extra organisierter flüssiger Milch gibt, dazu gibts noch ein Gepäck das ähnlich aussieht und schmeckt wie Brioche. In der zwischen Zeit kommen immer wieder Leute vorbei, strecken ihr Kopf in die Hütte und verschwinden sofort wieder.
Nach der kelinen Stärkung zeigt Rabbyce uns "sein" Dorf und führt uns ein bisschen durch die Gegend. Langsam wird es dunkel und wir gehen wieder zurück zu "unserem" Haus.
Corinna darf draussen mit Irene kochen, soll heissen, sie muss lehren wie man in Malawi kocht ;-)).
Nachdem Essen wird mein "Zimmer" hergerichtet. Drei bis vier Leute arbeiten geschlagene 45 Minuten daran ein Raum in der Hütte zu leeren und meine Matratze inkl. Moskitonetz rein zu machen. Ein faszinierendes Schauspiel ;-). Als alles fertig ist wird es mir präsentiert: HILFE, da hats mindestens fünf(!) Küchenschaben an den Wänden!
Zum Glück habe ich ein Mosiktonetz und kann so und gestört und ohne Alpträume schlafen ;-).
23.02.2008
Um 6 Uhr morgens werde ich vom Regen geweckt in meinem Raum ist es noch dunkel und ich stelle fest das die Hütte Wasser dicht ist ;-)Als ich mich um 7:40 Uhr aus dem Schlafsack schäle werde ich als aller erstes von einer Küchenschabe durch das Moskitonetz angegrinst. Na, dann guten Morgen.
Es regnet noch immer doch es ist schön warm. Rabbyce führt uns durch das "Nkhoma Land", also das Land welches seiner Familie gehört. Ich sehe das erste mal woher Erdnüsse wirklich kommen. Es regnet die ganze Zeit doch es ist angenehm warm und der Regen ist sehr erfrischend.
Am Nachmittag kriegen wir noch Besuch von Jester. Jester ist Rabbyce bester Freund aus der Kindheit. Chikonde schaut auch noch vorbei und wir haben miteinander lange Gespräche über "Gott und die Welt".
Um 16 Uhr beschliessen wir noch ans Fussballtrainingspiel der Schulmannschaft zu gehen. Es ist sehr beeindruckend den Jungs zu zuschauen wie sie zwar zum Teil ohne Schuhe dafür mit um so mehr Einsatz alles geben. Am Fussballplatz treffen wir noch den Lehrer mit welchem Rabbyce letztes Jahr ein Weihnachtsfest für die Waisen organisiert hat.
Den Abend lassen wir in der Hütte mit Gespräche mit Rabbyce Freunde ausklingen. Plötzlich kommt der Chieftain von Euthini herein und will uns begrüssen, ich schalte schnell und begrüsse ihn zu erst und zwar auf Tumbuka. Er ist so überrascht das er gar nicht mehr weiss was er sagen soll, alle fangen laut an zu lachen. Ich glaube ich habe einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen.
24.02.2008
...Hochzeitszeremonie Corinna und Rabbyce... Wie immer ist alles so um 5 Uhr morgens auf den Beinen, ich selber geniesse es noch etwas auf meiner Matratze und steh wie immer als letzter auf. Das hat den klitzekleinen Nachteil das die Wanne mit dem warmen Wasser um sich zu waschen nicht mehr ganz so frisch ist ;-)Wir machen wieder einen grösseren Spatziergang durch Euthini und gehen bei Jesters Haus vorbei. Dort werden wir natürlich zu einem "Drink" eingeladen. Der Drink war aus gegorener Fingerhirse und sah sehr merkwürdig aus. Es wurde in einem Glas serviert und war weisslich. Die Flüssigkeit hatte ungefähr die Konsistenz von Milch und darin schwammen schwarze Hirsenstücken oder sowas drin rum. Das gab dann ein sehr, äh, spannendes Gefühl im Mund *g*.
Dann wanderten wir weiter zu Sernior High School von Euthini um dem Fussballspiel zu zuschauen. Leider verlor das Heimteam :-(. Am Abend gab es wie immer Nsima, der Maisbrei mit Beilagen. Langsam mag ich das nicht mehr essen... Zum Dessert gabs frisch gepflückte Mango. Seit ich solche Manogs gegessen habe, eerscheint mir das Zeugs in Coop und Migros wie ein billiger abklatsch.
Die Mango wird sich im Laufe des nächsten Tages noch unangenehm bemerkbar machen. Unser Mägen sind wohl doch nicht ganz so an frische Mangos angepasst...
Das ist unser letzter Abend in Euthini. Wir reden noch bis spät in die Nacht mit den Freunden von Rabbyce. Es war für mich eine sehr spezielle und unvergässliche Zeit. Ich komme wieder!
25.02.2008
Heute führt uns die Reise wieder zurück nach Mzuzu. Um den Bus zu kriegen stehen wir um 02:50 Uhr auf, was für eine Qual nachdem wir am Abend davor erst um 24 uhr ins Bett kamen...Wir packen im dunkeln, zum Glück hab ich meine geliebte Petzle LED Stirnlampe ;). Um 4 Uhr sind wir beim Busstop. Es steht schon ein alter Tata Bus dort. Er ist schon ziemlich voll, die Scheiben beschlagen. Die hälfte der Plätze sind mit schlafenden Leuten belegt. Die Luft im bus ist nicht gerade frisch. Wir suchen uns ein Platz und versuchen es uns so gemütlich als möglich zu machen. Um 4:30 Uhr fährt der Bus los, als genauer gesagt er rollt los, der Bus hat nämlich keinen Starter mehr.
Je länger die Fahrt dauert ums so voller wird der Bus. Es hat nun alles mögliche im Bus und ist gerammelt voll. Die fahrt ist sehr unbequem und sehr rumpelig. In der Nacht zuvor hat es geregnet und die Piste ist sehr weich. Es ist beruhigend zu sehen das der Fahrer sein Gefährt im Griff hat. Es geht teilweise Steil den Bergrunter und der Bus bewegt sich mehr seitwärts als vorwärts. Einmal würgt der Fahrer den Bus an so einer Abfahrt ab, wir bleiben in einer Bodenwelle stecken.
Nun beginnt ein ganz interessantes Schauspiel: Zuerst grosse Aufregung, alle springen auf. Nun leert sich der Bus innert Minuten komplett, nur noch wir bleiben Sitzen. Ein Teil der Leute traut der Sache nicht und geht zu Fuss durch dien Hang runter und der andere Teil stellt sich hinter den Bus und versucht ihn anzuschieben. Nach ein paar Versuchen klappt das sogar und wir fahren wieder weiter.
Auf der anderen Seite der Senke müssen wir auf die ganzen Leute die Ausgestiegen sind warten und nach einer Viertelstunde bis wieder alle im Bus verstaut sind, geht die Reise weiter. Nach knappen sechs Stunden äusserst unbequemer Fahrt kommen wir endlich in Mzuzu an. Es ist zwar erst zehn, doch ich bin schon fix und fertig.
Wir gehen mit Irene zusammen noch zur Schule wo ihr Sohn ist, es gibt noch Dinge da zu besprechen für Rabbyce. Endlich so um 10 Uhr sind wir in der Tukumphire Lodge. Ich leg mich gleich mal schlafen, finde mich kurze Zeit später aber auf dem Klo wieder, die Mango meldet sich...
Durch wenig Schlaf, frischer Mango und Malarieprophylaxe bin ich total fertig. Ich verbringe den Rest des Tages in der Lodge, bzw. zwischen Klo und Bett. Corinna gehts nicht viel besser. Rabbyce versorgt uns mit Rabbyce-Spezial Wasser -> 1 1/2 Liter Wasser, dazu ca. 500gr Zucker und 500gr Salz. Würgwürg, soll aber gesund sein.
In einem nahegelgenen "Restaurant" gehen wir noch Nsima mit Huhn essen. Ich bin nicht wirklich hungrig und ernähre mich nur von kleine Bananen. Ab ins Bett.
26.02.2008
Nach einer gut durchgeschlafenen Nacht geht es mir wieder etwas besser. Ich ernähre mich immer noch von den Minibananen die es hier auf dem Markt zu kaufen gibt. Corinna und Rabbyce sind zum busstop gegangen und wollen den Rucksack von Rabbyce holen. Ich bleibe in der Lodge und schreibe Tagebuch ;-)Morgen werden wir mit dem Minibus nach Nkhata Bay fahren. Ich freue mich auf den See und die Naya Lodge.